Miss Eureka Varna

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Schließen Sie nun Ihren Sicherheitsgurt und ziehen sie diesen fest – Bitte schalten Sie alle elektronischen Geräte aus. Gerne können Sie diese wieder in Betrieb nehmen, sobald die Anschnallzeichen ausgeschaltet worden sind (was keiner von uns macht…) – Zum Start stellen Sie bitte die Rückenlehne senkrecht und klappen Sie die Tische zurück usw. usw. Diese Ansage höre ich im Schnitt 40 bis 45 Mal pro Jahr, oder anders ausgedrückt: Im Jahr 2014 flog ich zweimal um die Welt. Ob das Spaß macht, sei dahingestellt…aber ein paar Anekdoten gibt es schon dazu.

Die, mit Abstand, beste Geschichte passierte mir während der Anreise zu einem Stopp der EUREKA Poker Tour in Varna, Bulgarien; wie immer über das Reisebüro gebucht. Online einchecken ging nicht – und auf zum Flughafen. Beim Check-in erklärte man mir, dass man meine Reservierungsnummer zwar habe und finde, der Name aber nicht übereinstimme! Das Ticket wurde ausgestellt auf – und jetzt kommt’s: MRS EUREKA VARNA hahahaha, dümmer geht’s wohl nicht. Also ab zum Austrian Airlines Helpdesk, wo man mir erklärte, dass man nichts tun könnte. Fünf bis sechs Anrufe später buchte mir das Reisebüro sehr kurzfristig einen Business-Platz und ich durfte dann doch zum Turnier anreisen. In Varna angekommen, erwartete mich der Fahrer am Ausgang mit dem Namensschild „Mrs Eureka Varna“ – dank meiner Kollegen, die sich diesen Spaß erlaubten. Und diesen Spitznamen höre ich nun immer wieder. Dass das Gepäck nicht ankam und ich am nächsten Tag neue Schuhe, Anzug, Krawatte und ein Hemd kaufen musste, wurde nebensächlich. Am Ende übernahm die AUA 50% der Kosten und die Putzfrau bekam meine Schuhe geschenkt.

Ansonsten gab es Hunderte Verspätungen, Absagen und Umbuchungen, aber das gehört zum Alltag, wenn man so viel fliegt. Komische Momente gibt es auch, wenn der Sitznachbar den Rosenkranz auspackt und anfängt, zu beten. Vor vielen Jahren bin ich mal wieder nach Las Vegas geflogen und auf dem Inlandsflug von L.A. nach L.V. gab es extreme Turbulenzen. Die ersten Passagiere begannen, sich zu übergeben und es war echt schlimm, noch dazu eine kleine Maschine. Dann endlich meldete sich der Pilot: „I am sorry for these turbulences and I will try to get us out of this fucking shit area!“ Spätestens jetzt hatte jeder ein Lächeln auf den Lippen.

Aber es gab auch schöne und tolle Momente, wie zum Beispiel den Flug mit der Concorde. Meine Frau war damals noch Air France Stewardess und so durfte ich einmal im Jahr mit nach New York fliegen. 3,5 Stunden, Überschall, Start und Landung im Cockpit, das waren Momente, die ich nie vergessen werde. Upgrades auf First oder Business Class auf Langstrecken, eigener Pyjama, Polster, Decke und wie in einem Bett schlafen, das hat was. Und schließlich der jährliche Helikopterflug von Nizza nach Monaco. Ein Zehn-Minuten-Flug, anstatt 40 Minuten Taxifahrt, nur um 30 Euro teurer und jedes Mal ein schönes Erlebnis.

Das Resümee der vielen Reisen ist aber einfach: Im eigenen Bett schläft es sich am besten, Reisen sind anstrengend und machen eben nur bedingt Spaß und von den tollen Locations sehe ich selten viel. Im Grunde sieht jeder Pokerroom gleich aus…tauschen will ich aber trotzdem nicht.

Also: fasten your seat belts und auf zum nächsten Showdown!

 

Thomas Lamatsch

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