Auch wenn die Gasometer laut dem Bondfilm „Der Hauch des Todes“ knapp neben der slowakisch-österreichischen Grenze liegen, so befinden sie sich tatsächlich am Rande von Erdberg, dem dritten Wiener Gemeindebezirk. Mitten durch die Gasometer fährt die U-Bahnlinie 3. Orange beschriftet, schlängelt sie sich von Simmering über den Stephansplatz nach Ottakring. Wahrscheinlich ist der eine oder andere Pokerspieler schon mal mit der U-Bahn zum Stephansplatz oder irrtümlich ans Stubentor gefahren, aber kaum jemand weiß, was sich hinter den anderen Stationen verbirgt. Eine Reise mit der U3 zum Aussteigen von Egon Mandelbaum.

1. Bau der Gasometer 1897
Wikimedia / Vienna Museum

Station: Gasometer

Die Gasometer braucht man an sich nicht mehr vorstellen. Falls doch, voilà: Die Gasometer dienten früher als Gasometer. Heute sind sie Wohnraum
und beherbergen vieles, was der „Urban-Normade“ zum Leben benötigt: ein Fitness-Studio, ein Musikfachgeschäft, eine Konzerthalle, ein Tanzstudio, eine psychodelische Bowlingbahn, einen sehr großen Pokerraum, einen Supermarkt mit Bioabteilung, ein Modellbaugeschäft und die U-Bahnstation ist quasi im Haus.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: 55

2. Betriebsbahnhof_Erdberg_Leitstelle
Wikimedia / Linie29

Station: Erdberg

Erdberg ist das heimliche Verkehrszentrum Wiens. Der internationale Busbahnhof, der Turm der Wiener Verkehrsbetriebe, Autovermietungen und ähnlich mobiles Zubehör, lassen die Gegend manchmal chaotisch, charmant und orientalisch wirken. Hier steht auch das günstigste Park and Ride der Stadt bereit: 17,10 Euro für 7 Tage!

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: 95o

3. U3_Kardinal-Nagl-Platz
Wikimedia / Invisigoth67

Station: Kardinal-Nagl-Platz

#MichaelKeinerHeadlinederWoche
Wien hat wahrscheinlich als erste Stadt der Welt eine „Michael Keiner Gasse“ oder kurz „Keinergasse“. Die Wiener Verkehrsbetriebe bauten extra einen eigenen Ausgang in die U-Bahnstation, um den zu erwartenden Ansturm Herr zu werden. Ein Besuch der Keinergasse stellt den absoluten Höhepunkt für Michael-Keiner-Fans dar. Beste Selfie-Position mit Straßenschild „Keinergasse“ an der Kreuzung Keinergasse/Landstraßer Hauptstraße. Sonst ist die Gegend ebenso freundlich wie unaufgeregt.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: entweder KK oder 23o

4. Johann-Strauß-Denkmal_im_Stadtpark
Wikimedia / Zairon

Station: Landstraße/Bahnhof Wien Mitte

Hier pulsiert Wiens internationales Herz. Die Ansagen der Züge vom Flughafen kommend, überlagern sich mit denen zu den Stadt- und U-Bahnen. In der großen Halle herrscht reges Treiben. Touristen stehen suchend zwischen denen, die den vergessenen Einkauf im Supermarkt nachholen. Wartende schmökern im Buchladen und die Abreisenden wirken noch nicht bereit für die Reise nach Hause. Hat man die Halle verlassen, dann schlendert man durch den  Stadtpark, über die kleine Brücke über den Wienfluss, hinüber zum goldenen Denkmal von Johann Strauss und wenn man sich richtig hinstellt, dann stören die anderen Touristen gar nicht so sehr am Selfie.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: J10s

5. Der Dr.-Karl-Lueger-Platz in Richtung Wollzeile
Wikimedia / Gugerell

Station: Stubentor

Vom Stubentor flaniert man durch die Altstadt, vorbei an den Palais, den  Herrschaftsgebäuden, Palazzi, Herrenhäusern und Prachtbauten, die wahrscheinlich noch immer als Sisi-Filmkulissen dienen. Es ist der ideale Punkt, um auf kurzem Weg die Stadt von dieser Seite zu erkunden. Redaktioneller Geheimtipp: Suchen Sie das „Ferrari Gelato“ in der Krugerstraße! Lassen Sie sich vom Namen nicht verwirren, essen Sie dort ein Eis und es wird ein weiterer, unvergesslicher Augenblick in Wien gewesen sein.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: AQs

6. StepahnsdomStation: Stephansplatz

Wenn man vom Fuß der Rolltreppe, Ausgang Stephansplatz, nach oben schaut und zuerst nur die Spitze, dann, nach und nach, sich nach oben bewegend, immer mehr vom Dom erblickt, dann ist das beeindruckend. Der Stephansplatz ist der Ausgangspunkt zu den Designerläden und gastronomischen Erlebnisse des ersten Bezirks. In den historischen Gebäuden wirkt selbst schwedische Massenware wie Haute Couture und Gucci wie von der Stange. Champagner beim Meindl, ein Brötchen mit Pfiff beim unaussprechlichen Trzesniewski und auf einen Mokka und einen gestürzten Neumann ins Hawelka.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: AKs

wien, vienna,
Wikimedia / Philipp von Ostau

Station: Herrengasse

Wenn man das Tageslicht sieht, sieht man auch das Cafe Central mit seinen imponierenden, neogotischen Ornamenten. Gleich am Eingang erwartet einen Peter Altenberg als Gipsfigur und ein Wiener Kaffeehausober. Die Kuchentheke heißt hier Patisserie und der Apfelstrudel ist nur die Pflicht. Nach dem „Central“ bummelt man am besten vorbei am Michaelertor, zum Heldenplatz und der imposanten Hofburg.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: QQ

8. Museumsquartier-Innenhof
Wikimedia / Gryffindor

Station: Volkstheater

Der Eingang zum Museumsquatier ist pompöser, als er sein müsste. Drinnen herrscht studentische Ruhe und künstlerischer Entspannung. Verstreut über den großzügigen Innenhof, gilt es die vielen Gastgärten mit ruhenden Studenten und entspannten Künstlern zu entdecken. Wegweiser weisen den Weg zu den Museen und Kinder hüpfen Tempel. Der Ausgang vom Museumsquatier ist künstlerischer als er sein müsste. Draußen beginnt eine andere Welt: die Wiener Einkaufsmeile Mariahilferstraße.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: JJ

9. Mariahilfer_Straße_Shopping_d
Wikimedia / Gugerell

Station: Westbahnhof

Der Westbahnhof liegt an der äußeren Grenze der Innenstadt. Ein wuchtiger Glaspalast dessen Flure unterirdisch in die Mariahilferstraße führen. Dort gilt es nicht zu verweilen, sondern zu shoppen. Bergab reihen sich die Läden der Abkürzungen: C&A ist ganz in der Nähe von H&M und P&C ist gleich neben dem DM. Aber in den Seitengassen zum siebenten Bezirk, lassen sich kleine feine Läden finden: Emanzipierte Biorestaurants, urbane Designer,  ambitionierte Schuhmacher, Beisln mit echtem Wiener Bier und spät nachts die  Treffpunkte der heimischen Nachtschwärmer.

Besuchs-Attraktivität im Starthandvergleich: A9s

Die nicht aufgeführten Stationen der U3 bekamen in der redaktionsinternen Abstimmung jeweils Besuchs-Attraktivitätswerte zwischen 72o und 53o

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