Robbies Blogger-Blog: Abenteuerraisen

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Immer wieder habe ich in den letzten Jahren von Spielern gehört, wie toll mein Job sei  ̶ immer unterwegs zu sein, viele neue Städte oder auch Länder kennenzulernen. Ja, das ist ein Traumjob. Erst recht, wenn die Glücksspielbranche gleich nebenan arbeitet, wenn es um dich herum blinkt und leuchtet, wenn man das Klappern von Chips oder Jetons hört. Und dann noch der Effekt, dafür Geld zu bekommen, während der größte Teil der Spieler wieder den Einkauf vom nächsten Wochenende verbrennt.

Neben dem eigentlichen Job an den Tischen oder der Bad Beat Story, auf die man sich schon seit Tagen freut, gibt es einen weiteren Aspekt, der das Blogger-Leben richtig schön macht. Da ich gerne unterwegs bin, ist die An- und Abreise ein Highlight bei jedem Einsatz. Es ist einfach immer wieder das Gefühl von Freiheit im Leben. Wie die meisten Pokerspieler nehme ich die Bahn oder den Flieger zum Turnierort. Auf ein Taxi verzichte ich vor Ort meistens und nutze die Öffis, um ein wenig mehr von der Umgebung zu sehen. Ich komme im Jahr auf ziemlich genau 20.000 Reisekilometer und die sind teilweise recht abenteuerlich.

Die meisten erinnern sich bestimmt an die Streiks bei der Deutschen Bahn. Die Situation war vergleichbar mit einer Preflop-Action. Zunächst kommt das Raise auf fünf Minuten Verspätung, danach wird auf 15 Minuten erhöht und dann kommt die 4-Bet: auf „unbestimmte Zeit wegen betrieblicher Störungen“ ̶ so geschehen nach der Deutschen Meisterschaft in Schenefeld. Den typischen One-Outer durfte ich nach der WPT National in Wien erleben, als ich vor dem Schalter von Air Berlin mit Nuts am Turn stehe und am River ein „der Flieger ist überbucht“ in die Fresse bekomme. Es sind genau die Momente, bei denen einem nur F-Wörter über die Lippen kommen.

Die Städte, in denen man sich gerade aufhält, lernt man eher weniger kennen. Jeden Tag 14 Stunden im Job lassen kaum Zeit für Sehenswürdigkeiten oder Nachtleben. Um Berlin, Prag oder Wien richtig kennenzulernen, braucht man wahrscheinlich 100 Besuche mehr als ein Tourist, der drei Tage dort ist. Dieses Jahr wird es zumindest einmal anders werden. Las Vegas steht zur WSOP auf dem Reiseplan, und hier werde ich das volle Touri-Programm durchziehen. Casino, Casino, Casino, Casino, Grand Canyon, Hoover-Staudamm, Wüste, Casino, und eventuell noch ein Casino. Von dort wird nicht gebloggt, sondern es gibt täglich einen Bericht über ganz normale Action, die über die WSOP hinausgeht. Ganz nebenbei wird noch schnell das erste Bracelet von einem Poker-Blogger gewonnen. Ich weiß aus der Vergangenheit, dass es dort schon manche gab, die das Spiel nicht verstanden hatten und trotzdem mit vollen Taschen und einem Armband nach Hause gegangen sind. In diesem Sinne ̶  man sieht sich am Tisch…

Robbie Quo

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