Was wurde aus … Horst Koch

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Er war die Lichtgestalt im Deutschen Pokergeschäft, keiner hat mehr polarisiert, keiner kannte die Szene besser und niemand hatte mehr Kritiker als er. Die Rede ist von Horst Koch – ein Schwabe, wie er im Buche steht, und der erste selbst ernannte deutsche Pokerprofi. Inzwischen 66 Jahre alt, hat er sich vor einiger Zeit in den Ruhestand zurückgezogen.

Für alle, die mit der Person Horst Koch nicht viel anfangen können, hier ein paar Stationen aus seinem Leben. Mit 21 Jahren betrat er das erste Mal das Casino in Baden Baden und wurde dort für Jahrzehnte Stammgast. Die Liebe zum Pokerspiel und erste Erfolge in den 80er Jahren veranlassten ihn, ab 1990 sein Geld nur mit dem Spiel zu verdienen. Der erste große Erfolg kam 1995 mit dem Deutschen Meistertitel im Seven Card Stud, was er werbewirksam nutzte, um Poker das erste Mal positiv in die Medien zu bringen. Kurz darauf gründete er die German Poker Player Association, mit der er viele Jahre für Aufmerksamkeit sorgte. Mit der GPPA veranstaltete er in Deutschen Casinos Pokerturniere und sorgte früh für volle Tische. Auch in Österreich erkannte er den Markt und übernahm ein Card Casino. In Deutschland wurde 2000 die Idee der Freizeitturniere außerhalb von Casinos geboren, was sich als Goldgrube erweisen sollte. Mit dem Pokerboom 2003 veranstaltete die GPPA als einziger Anbieter Turniere in ganz Deutschland und Onlineräume konnten als Partner gewonnen werden. Auf großen Veranstaltungen wurden zum Teil mehr als 100 Sit & Go Tische pro Tag gespielt und die Geldmaschine war nicht aufzuhalten. Der Erfolg brachte aber auch Skandale, und immer öfter kam es zu negativen Schlagzeilen. Auf den Markt drängten immer mehr Mitbewerber und sorgten so für Konkurrenz. Das Konzept hielt bis 2009, dann wurde es ruhiger um die GPPA und schließlich wurde der Betrieb endgültig eingestellt.

Danach wurde es still um Horst Koch, nur selten sah man ihn noch im Casino Baden Baden.
In seiner Heimat Stuttgart ist er aber noch regelmäßig Gast in der Spielbank und nimmt sowohl am Cash Game als auch an Turnieren teil. Viele Male im Jahr reist er durch die Welt und verbindet seine Urlaube immer mit einem Pokerturnier oder einer lukrativen Runde beim Cash Game. Nach fast 40 Jahren im Pokergeschäft ist dies sicherlich ein Lebensabend, den sich heute viele wünschen würden. Egal, wo man Horst Koch in Zukunft also treffen wird, er kann sicherlich die eine oder andere nette Geschichte aus seinem Leben erzählen.

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