Way of Play – 18-Player Sit ’n‘ Go

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Max aka StrafffiJ, 21 Jahre, aus Berlin, Regular auf den 18-Player und 6-Max Turbo-Sit’n’Go’s, hat folgende Hand aus einem Session-Review für Euch ausgewählt:

Ich befinde mich am ersten Tisch eines 100 Dollar 18-Player Sit ’n‘ Go (Level 50/100) und halte Q7s am BU. Hero (BTN): 22.50 BBs SB: 13.70 BBs BB: 16 BBs

Im SB sitzt ein tighter Regular und im BB ein Unknown. Deswegen openraise ich in diesem Spot in der Regel sehr weit. Ich minraise auf 200. Der BB 3-bettet nun auf 300 und ich calle natürlich zu dem Preis. Am Flop (4h Jd 7d) c-bettet er knapp 50 %, das Board hat seine Range definitiv besser getroffen als meine, da er z. B. 44,77,JJ so spielen kann und alle hohen Pairs in der Range hat, auch wenn es nicht so viel Sinn macht, damit preflop so klein zu 3-betten. Ich habe so gut wie nie ein Set und nur selten Premiumhände. Bei dem Sizing preflop kann er jedoch auch noch super viele random Hands halten, da ich davon ausgehe, dass er AA,KK,QQ,JJ größer 3-bettet. Mit meinem Middle Pair + Backdoor Equity calle ich in position.

Die Turnkarte (2d) ist jetzt ziemlich interessant. Ich denke, dass er Flushdraws, die jetzt improved haben, sowie Flushdraws, die er jetzt aufgepickt hat, meistens bettet und seine Jx-Hände sollte er eigentlich auch für Value/Protection pushen. Am River (6d) kommt jetzt das vierte Karo und mein Gegner bettet weniger als halben Pot, was genau sein halber Stack ist. Seine Range sieht hier für mich sehr schwach aus. Er kann vielleicht hin und wieder mal einen Flush so spielen, aber ich denke er hat meistens irgendein Middle Pair, Jx oder kompletten Müll. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als hätten wir wenig Fold-Equity, entscheide ich mich für den Shove, weil meine Range am River viel stärker ist als die meines Gegners.

Kommentar von Christian Bauer:

Ich finde die Hand generell sehr gut analysiert; schon während der Hand hat Max sehr gute Gedankengänge vollzogen. Er wird vom Gegner, dessen viel zu kleines 3-Bet-Sizing auf einen schwächeren Spieler schließen lässt, preflop quasi zum Call gezwungen. Im Anschluss nutzt er den Positionsvorteil, durch den sein Gegner schon am Turn ratlos zu sein scheint und am River eine, wie Max wieder richtig erkannt hat, sehr schwache Bet spielt. Er hat seinen Gegner in eine Situation gebracht, in der er sich unwohl und unsicher fühlt, wodurch er langfristig Fehler begehen wird. Max hat diese Unsicherheit und den spielerischen Fehler seines Gegners dann genutzt, um den Pot zu gewinnen.

Ein perfektes Beispiel dafür, warum Erfahrung und Spielverständnis zu einem der wertvollsten Assets eines Pokerspielers gehören und welch großen Vorteil man als „Profi“ gegenüber ungeübten Spielern herausholen kann. Feine Hand, Max! Beim nächsten Mal finden wir hoffentlich eine Bubble-Situation, um Euch die Auswirkungen von ICM in Sit’n’Go’s veranschaulichen zu können. Good Luck und bis bald!

Anmerkungen: http://www.handconverter.com/hands/2577095

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