Way of Play: CAPT Bregenz Finaltisch

Hannes Speiser und Josip Simunic analysieren eine Hand am Final Table der CAPT Bregenz.

Handbeschreibung: Noch sieben Spieler am Finaltisch der CAPT Bregenz. UTG (Under the Gun) sitzt ein guter, aggressiver Spieler. Josip Simunic sitzt am Button mit 2,1 Millionen Chips – Spieler UTG hatte 1,5 Millionen Chips bei 15k/30k Blinds. Es entwickelte sich eine große Hand. Im Small Blind sitzt ebenfalls ein Big Stack, der sein Spiel aber eher tight anlegte.

Hannes Speiser

Zu der Hand Fakt ist, Josip hat die Zehner in diesem Set-up wirklich gut gespielt. Egal, was ich dazu schreibeundwelchen Ansatz ich hätte, sie wäre immer gleich ausgegangen. Also mach ich einfach Annahmen und Szenarien zu dieser Hand.

Angenommen wir entscheiden uns hier in diesem Spot für die 3-Bet. Was wäre der beste weitere Approach?
a)    alle folden auf unsere 3-Bet
b)    der UTG Raiser macht die 4-Bet
–> 3-Bet folden ist keine Option. Aber wir wollen es auch mit derart deepen Stacks preflop nicht reinbringen. In Position würde ich daher die Zehner auch flatten und mir den Flop und seine Action ansehen.
c)    5-Bet/Fold spielen (nicht meine bevorzugte Wahl)
Gehen wir kurz zu Option b) -> Angenommen, er macht auf dem Flop die C-Bet, dann sollten wir mindestens einmal flatten und seine Turnaction abwarten. Bei der beschriebenen Action denke ich, er wird den Großteil seiner Range behind checken. Was würde er hier nochmal barreln? Ab und zu AQ-AK Kombos mit Nutflushdraws und eben Overpairs. Kleinere Pockets oder unsuited AQ-AK wird er wohl c/f spielen in diesem Spot. Dass er den River nicht bettet, finde ich weak. Man hat sehr selten Full House in der Range und immerhin konnte er seine Hand improven. Ab und zu findet man 76s 45s. Ich finde bet/fold wäre hier die bessere Line. Weil du eben ab und zu dein Overpair nochmal callst, als Bluffcatcher oder sogar den Herocall mit Ax (mit NFD Blocker) auspackst oder sonstige Ideen hast. Also wie gesagt von dir eigentlich optimal gespielt die Hand, auch der Check-behind am River. Josips Spielweise ist meines Erachtens die wirklich richtige Option – preund postflop.

josipJosip Simunic

DER UTG Spieler opened den Pot auf 60k (2BB) und ich calle am Button mit TT. Alle anderen Spieler folden und ich befinde mich mit diesem Spieler im Heads-up. Ich raise TT am  Button  nicht, weil
ich einerseits so die Handstärke ziemlich verstecken kann und andererseits sind wir 50BB deep. Wenn ich hier also die 3-Bet spiele und eine 4-Bet als Antwort bekomme, stehe ich vor einer schwierigen Entscheidung. Ichentscheidemich, alsdie Hand zu flaten und mir den Flop anzusehen.

Der Flop kommt mit 2d6h4d. Mein Gegenspieler macht seine C-Bet mit 70k (im Pot also bisher ca. 155k). Die C-Bet würde er meiner Meinung nach mit seiner gesamten Range auf diesem Board machen. Mein Call war also obv. Standard.

Turn 2h. Nun betet er 150k (ca. 295k) – also wieder eine halbe Potsize-Bet. Ich denke schon, dass er hier ein zweites Mal auch als Bluff barreln kann und ich noch die beste Hand halte, also entscheide ich mich erneut für einen Call. Gegen einen tighteren Spieler könnte ich hier meine Zehner schon mucken. Aber wie gesagt, er war ganz gut und spielte Aggrostyle. Daher wäre ein Fold zu weak gegen seine Range.

River 4h. (POT = 595k, Board = 2d6h4d2h4h). Nun checkt der Villain zu mir und ich überlege, ob ich hier noch eine Valuebet machen kann. Das Board ist ja mit 2d6h4d2h4h double-paired, der Flushdraw am Flop ist gebusted, dafür kam aber der Backdoor-Flush an. Eigentlich kann ich hier nicht viel wrappen und sollte oft einen Call von schlechteren Händen bekommen. Villain könnte natürlich auch den Plan haben, mit seinen möglichen Pocketpaaren in dieser Situation zu check-callen. Außerdem ist er auch in der Lage, hier einen CeckRaise-Push auszupacken und dann steh ich mit TT ziemlich blöd da und müsste wahrscheinlich folden (weil weaker Tisch, mein Stack, Moneyjumps uswusf.) Deswegen entschließe ich mich, behind zu checken und muckte meine Zehner, als ich Kh9h für Runner-Runner Flush zu sehen bekam.