Way of Play – FTOPS vor dem Final Table

Kurze Beschreibung zur Hand: Deep im #22 1k FTPOS Event bei Final Two Tables. Beide Tische sind tough besetzt mit guten Regs, keine weak Spots mehr ersichtlich. Fast keine Hand ohne 3bet bzw. 4bet. Dementsprechend opene ich relativ tight. Ich sitze für etwa sechs bis sieben Orbits am Tisch und habe ein tightes, cleanes Image. Bin zu dem Zeitpunkt 9/18 in Chips bei 445 Teilnehmern für dieses Event.

Hannes Speiser

8er Pocket ist hier ein standard open. Der Table CL callt mich vom BU, und die Blinds folden. Der Flop fällt A102 ohne FD relativ tro- cken runter. Eine Cbet auf diesem Board ist relativ standard,  und  ich bin auch mit meinem Sizing zufrieden, bis hierher ist die Hand noch gut gespielt – mit dem Turn wird‘s jedoch interessant nach seinem Call.

Welche Hände sind in seiner Range, mit denen er die Flop CBet callt? Abgesehen von den ganzen Ax Kombos & 10x (Q10s, J10s usw.), wird er hier alle seine Broad- ways wie KQ, QJ auch nochmal oft auf meine Bet peelen. Am Turn kommt ein Back- door Flushdraw an. Ich habe mich während des Turniers dazu entschieden, die Hand zu tripple barreln und meine Turn Bet so gewählt, dass ich River Pot Size left habe, sollte er callen.
Im Nachhinein gesehen würde ich die Hand am Turn aufgeben. Es werden einfach zu wenige Hände am Turn gefoldet, wenn am Flop gecallt wurde. Noch dazu habe ich keine Redraws außer einer 8 – und das zusätzliche Problem ist, dass meine Redraw Outs vielleicht nicht clean sind, sprich, wenn ich mein Set bekomme, könnte der Gegner eine Straße machen. Also ich würde die jetzt aufgeben am Turn und check/fold spielen.
Am River kommt eine blank, das Board pairt sich, und alle Draws busten. Ich spiele jetzt einzig und  allein  mein  tightes Image aus, dass sie mich vielleicht auf money scared readen, und zieh meine Line durch und shove den River. Ich will in dem Spot halt strong Aces reppen wie AK, AQ, die ich genauso spielen würde. Ich glau- be auch, dass viele Spieler ihr AJ in dem Spot noch folden können, der Reg (>3 Mio. winnings) hat seine Entscheidung jedoch schon am Turn getroffen und wird hier auf die Blank nicht mehr folden, mein Shove ist daher schlecht, ich könnte die Hand immer noch aufgeben, und mit etwas über 20bb hab ich auch noch FE und Spielraum für ein mögliches Comeback.

josipJosip Simunic

Preflop: Standard 2BB Openraise mit 88. Gibt’s eigentlich nichts mehr dazu zu sagen.

Flop: Auf dem trockenen Board würde ich meine gesamte Opern Raising  Range C-betten. Villain wird zwar auch hier am Flop oft callen, jedoch finde ich, dass hier check-fold oder check-raise keine Option für mich ist. Also „as played“ find ich die Size auch ok, würde es vielleicht ein biss- chen kleiner machen auf dem Board (so um die 14k).
Turn: So, hier muss ich mich nun ent- scheiden, ob ich einen 3-barrel Bluff durchziehen will oder die Hand aufgebe. Ohne Reads auf Villain würde ich hier die Hand aufgeben. Er kann zwar viel hier ge- floatet haben (KQ, QJ, KJ, Pockets), wo wir noch vorne sind, aber wie gesagt, eher check-fold ohne Reads, da sich die Hand oop einfach zu schwer spielen lässt. Da wir jedoch ein solides und eher tigh- tes Image hatten, kann ich hier weiter barreln, jedoch finde ich die Size zu groß. Ich bette hier so 28k in 60k.

River: Wie schon gesagt, wenn ich Turn barrel, dann den River auch. Wir können hier schon gut AK, AQ, TT reppen. Wenn wir Turn 28k gebettet hätten, wäre jetzt im Pot 116k, und ich hab 165k left. Bette hier Ri- ver entweder relativ klein (42k) oder over- bet-ship es. Find beides ganz ok, wobei die Overbet uns halt ziemlich polarisiert   auf Nuts or nothing.